Welch ein Gegensatz: Gerade wurden die Kühltürme des modernen Kernkraftwerks Gundremmingen in Bayern (KRB) zur Volksbelustigung gesprengt und in den USA (Make America Great Again) werden fieberhaft gleich drei stillgelegte Kernkraftwerke wieder in Betrieb genommen. Damit der Irrsinn der deutschen Maschinenstürmer deutlich wird, hier noch einmal die Daten des KRB: Leistung 2 x 1350 MWel , Inbetriebnahme 1984 bzw. 1985, Stilllegung 2017 bzw. 2021, nach nur 33 bzw. 36 Jahren. Eine größere Kapitalvernichtung ist kaum vorstellbar: Man zerstört aus ideologischen Gründen ein Kraftwerk, das rund 20 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr produziert hat und nach heutigem Kenntnisstand noch etwa weitere 60 Jahre hätte in Betrieb bleiben können.
Palisades
Das Kernkraftwerk Palisades besteht aus nur einem Druckwasser-Reaktor mit 798 MWel. Es steht in der Gemeinde South Haven, Michigan, nord-östlich von Chicago an den Ufern des Michigansee. Es wurde nach nur drei Jahren Bauzeit 1971 vom Hersteller Combustion Engineering (CE) übergeben. Die Laufzeit wurde 2007 durch die NRC bis 2031 verlängert.
Der Niedergang
Entergy Corporation kaufte 2007 Palisades von Consumers Energy für insgesamt 380 Millionen US-Dollar – 242 Millionen US-Dollar für das Werk selbst, 83 Millionen US-Dollar für Brennstoffvorräte und 55 Millionen US-Dollar für andere Vermögenswerte wie Ersatzteile. Gleichzeitig schloss es einen Stromkaufvertrag (PPA) ab, der es verpflichtete, die Produktion der Anlage bis April 2022, an Consumers Energy zurück zu verkaufen. Allerdings verringerten sich die Strompreise durch subventionierte Windenergie und Erdgas. Consumers Energy behauptete Ende 2016, daß man 344 Millionen US-Dollar bei einer vorzeitigen Kündigung des Liefervertrags für den Zeitraum 2018 bis 2022 sparen könnte. Als Ergebnis wurde im Frühjahr 2017 Brennstoff nachgeladen und damit der Reaktor bis zum Ende seines Kraftstoffzyklus am 1. Oktober 2018 betrieben. Leider wurde die Versorgungssicherheit bei Unwettern, die lokalen Steuern, die Arbeitsplätze, die Stabilisierung des Stromnetzes usw. übersehen.
Der Verkauf
2022 hat der US-Versorger Entergy das KKW Palisades an die Holtec International verkauft. Die Verkäufe umfassen die Übertragung der Lizenzen, des gebrauchten Kraftstoffs und der Gelder des Stilllegungsfonds der Anlagen. Die Transaktionen unterliegen der Genehmigung der US Nuclear Regulatory Commission (NRC) für Lizenzübertragungen. Ursprüngliches Ziel war die Stilllegung und der Rückbau von Palisades. Die Stilllegungsarbeiten sollten von CDI durchgeführt werden, einem Joint Venture von Holtec und SNC-Lavalin.
Am 20. Mai 2022 ging Palisades nach mehr als 50 Betriebsjahren vom Netz. In seiner letzten Betriebsperiode stellte es mit 577 Tagen ununterbrochener Stromerzeugung noch einen Rekord auf. 600 Arbeitsplätze gingen erstmal verloren.
Die Wende
Im September 2022 wachte die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer (Demokraten) auf. Am 5.July 2022 stellte Holtec einen Antrag auf Weiterbetrieb. In ihrem Brief an das Energieministerium schrieb Whitmer, daß die Öffnung von Palisades für den Bundes-Staat oberste Priorität hat: „Ich werde alles tun, um diese Anlage offen zu halten, Arbeitsplätze zu schützen, die Wettbewerbsfähigkeit von Michigan zu steigern, die Kosten zu senken und die Produktion sauberer Energie auszuweiten. Wir wissen, daß der Weg vor uns nicht einfach ist, aber wir werden uns davon nicht abhalten lassen für wirtschaftliche Chancen für den Südwesten von Michigan und zuverlässige, saubere Energie für den Staat zu kämpfen. Nur weil etwas noch nie zuvor getan wurde, heißt das nicht, daß es in Michigan nicht getan werden kann.“ Dem war und ist nichts hinzu zu fügen. Glückliches Amerika, indem sich – sogar eher grüne – Politiker der Demokraten gegen die Mehrheitsmeinung der eigenen (regierenden) Partei stellen.
Im September 2023 gelang es Holtec einen langfristigen Kunden zu gewinnen. Die Wolverine Power Cooperative verpflichtete sich zwei Drittel der produzierten Strommenge für mehrere Jahrzehnte zu kaufen. Der Vertrag beinhaltet auch eine Erweiterung für ein bis zwei SMR von Holtec an diesem Standort. Dieser Abnahmevertrag war ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg der Wiederinbetriebnahme von Palisades.
Es ist noch nicht bekannt, wie lange Palisades in Betrieb sein darf, wenn es grünes Licht für einen Neustart bekommt. Im Jahr 2019 genehmigte die NRC den Antrag von Florida Power and Light auf eine 20-jährige anschließende Lizenzverlängerung für die Einheiten 3 und 4 von Turkey Point. Druckwasserreaktoren, die 1972 und 1973 in den kommerziellen Betrieb genommen wurden. Es war das erste Mal, daß die Regulierungsbehörde Lizenzen für bis zu 80 Jahre Betrieb erteilt hat.
Die Finanzierung
Der Haushalt des Staates Michigan für das Geschäftsjahr 2024 stellte 150 Millionen US-Dollar für den Neustart der Anlage bereit. Das Energieministerium stieg mit einer Bürgschaft von bis zu 1,52 Milliarden USD ein. Ziel ist, Palisades bis Ende 2025 wieder in Betrieb zu setzen.
Die Arbeiten
Es gelang unmittelbar, einige der alten Betriebsmannschaft zu übernehmen. Zusätzlich konnten neue Mitarbeiter gewonnen werden. Eine der erstem Maßnahmen war die Rekonstruktion des Simulators der Anlage und die Erneuerung des Betreiber-Schulungsprogramms. Inzwischen gibt es ein Team aus Branchenveteranen und talentierten neuen Mitarbeitern. Es sind alle Komponenten (Turbine, Generator, Druckgefäß mit Einbauten, Dampferzeuger usw.) überprüft und modernisiert worden. Ein neuer Kondensator mit doppelter Leistung wurde installiert, um den prognostizierten Anstieg der Temperatur des Michigan-Sees in den nächsten Jahrzehnten (Klimawandel!) vorweg zu nehmen. So soll ein Betrieb bis mindestens 2051 gewährleistet bleiben.
Im Zusammenhang mit typisch deutschen Diskussionen sei erwähnt, daß man als erste Maßnahme eine „chemische Reinigung“ durchgeführt hat, um die Strahlenbelastung für die Arbeiter zu senken. Nach Abschluss aller Arbeiten wird noch einmal „chemisch gereinigt“ um die Ablagerungen durch die Arbeiten (z. B. Schweißnähte) wieder raus zu bekommen. Offensichtlich können die Stähle in den USA so etwas vertragen – oder auch: Wo ein Wille, ist auch ein Weg. Das gilt selbstverständlich in beide Richtungen.
Im July 2025 waren endlich alle Prüfungen, Genehmigungen, Notfallpläne etc. wieder vorhanden. Ein bisher einmaliger Vorgang für die Wiederinbetriebnahme eines stillgelegten Kernkraftwerks mit neuem Betreiber. Technisch entspricht das Kraftwerk nun einem neu gebauten Reaktor. Holtec hat bekannt gegeben, daß das Werk am 25. August unter Aufsicht der NRC offiziell von der Stilllegung zum Betriebsstatus wieder übergegangen ist. Palisades ist das erste Kernkraftwerk in der Geschichte der USA, das von der Stilllegung zum Betrieb zurückkehrt. Zum Zeitpunkt als es außer Betrieb genommen wurde, war Palisades bis 2031 für den Betrieb zugelassen. Holtec teilte dem NRC mit, daß es beabsichtigt, im ersten Quartal 2026 eine zweite oder nachfolgende Lizenzverlängerung für das Werk zu beantragen. Dies würde die Betriebszeit der Anlage um weitere 20 Jahre bis 2051 verlängern.
Inzwischen ist auch frischer Brennstoff eingetroffen. Restarbeiten laufen noch. Es sind noch 1800 Mitarbeiter im Einsatz. Wenn alles läuft wie bisher, verfügt Michigan nächstes Jahr über ein „neues“ Kernkraftwerk zum Preis einer Gasturbine.
Duane Arnold
Das Duane Arnold Energy Center (DAEC) besteht aus einem einzelnen Siedewasserreaktor mit 615 MWel. Es befindet sich am Cedar River im Bundesstaat Iowa, in der Nähe von Cedar Rapids. Der Reaktor vom Typ Mark 1 ging 1975 – nach 40 Monaten Bauzeit – in Betrieb. Ironischerweise ist das der Typ der Unglücksreaktoren von Fukushima. Generationen hinter dem technischen Stand von Gundremmingen in Bayern – Deutschland wieder mal voll im Todestrieb.
Der Niedergang
2018 beschlossen der Versorger Alliant Energy und der Eigentümer NextEra Energy Resources ihren Stromkaufvertrag (PPA) für das Kraftwerk um fünf Jahre zu verkürzen. Man einigte sich auf eine Zahlung von 110 Millionen USD als Lastenausgleich für eine vorzeitige Schließung des Reaktors bis 2020. Man war den Sirenengesängen der Schlangenölverkäufer erlegen. NextEra Energy Resource investierte lieber 650 Millionen USD bis 2020 in „Windenergie“. Arbeitsplätze am Standort sollten durch Solarenergie, Batteriespeicher und Gaskraftwerk erhalten werden – das heilige Dreigestirn der Öko-Sozialisten, wie wir es auch heute noch aus Deutschland zu hören bekommen. Die Unternehmen sagten, daß die Transaktionen den Kunden von Alliant Energy in Iowa in den 21 Jahren nach der Schließung des Kernkraftwerks fast 300 Millionen USD an Energiekosten einsparen werden. Nur der Minderheitseigentümer Central Iowa Power Cooperative (CIPCO) von Duane Arnold warnte, er sei besorgt über die nachteiligen Auswirkungen der vorzeitigen Schließung des Kernkraftwerks für die Verbraucher und Gemeinden in Iowa. Aber wer hört schon auf die „Atomlobby“, wenn die Posaunen der Ökos erschallen und das grüne Paradies auf Erden versprechen. So wurde der Reaktor im August 2020 abgeschaltet.
Der Wiederaufstieg
Nur vier Jahre nach der Abschaltung drehte der Wind. Der CEO von NextEra Energy Resources John Ketchum verkündete den Investoren auf einer Hauptversammlung, daß er sich eine Wiederinbetriebnahme der Anlage vorstellen könnte. Im August 2025 fiel die Entscheidung: NextEra Energy stellte bei der US Federal Energy Regulatory Commission den Antrag, die Verbindungsrechte zurückzufordern, die zuvor vom stillgelegten Kernkraftwerk Duane Arnold in Iowa auf ein Solarenergieprojekt übertragen worden waren.
Ausschlaggebend war ein Liefervertrag über 25 Jahre mit Google. Google braucht 600 MWel für neue Rechenzentren in Iowa. „Wir gehen davon aus, daß Duane Arnold Anfang 2029 wieder online sein wird, und die Anlage wird dem regionalen Netz mehr als 600 MW saubere, sichere, „always-on“-Nuklearenergie liefern.“ Liegt darin vielleicht der Grund, warum so wenig Rechenzentren, Chip- und Batteriefabriken in Deutschland entstehen? Man braucht elektrische Energie 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Die Vorstellung, man rechnet oder fertigt immer nur dann, wenn (wetterabhängig) mal der Wind weht oder die Sonne scheint, ist völlig absurd. Und nicht zu vergessen, die Energie muß auch noch international konkurrenzfähig sein. Deshalb die Revitalisierung stillgelegter Kernkraftwerke.
Three Mile Island Unit 1
Das Kernkraftwerk Three Mile Island bestand aus zwei Druckwasserreaktoren mit einer Nettoleistung von 805 bzw. 880 MWel. Block I wurde 1974 und Block II 1978 in Betrieb genommen. Am 28. März 1979 wurde in Block II durch einen Bedienungsfehler eine Kernschmelze ausgelöst, die zum Totalschaden führte. 1985 wurde der nicht betroffene Block I wieder in Betrieb genommen. Er erhielt 2010 eine Laufzeitverlängerung bis 2034. Eine weitere Verlängerung um 20 Jahre wird angestrebt.
Der Niedergang
Das Exelon Kernkraftwerk Three Mile Island konnte sich 2016 in der PJM Kapazitätsauktion für die Planungsperiode 2019 bis 2020 nicht durchsetzen, was bedeutete, daß diese Einheiten für diesen Zeitraum keine Kapazitätsvergütung erhalten können. Der Kapazitätsmarkt ist auch eine Kopfgeburt der „Energiewende“. Damit die wetterabhängigen Erzeuger auch verkaufen können, wenn sie können, müssen dann alle anderen Erzeuger ihre Produktion zurückfahren. Der Produktionsausfall führt natürlich unmittelbar zu erhöhten spezifischen Kosten (USD pro KWhel). Damit diese Kraftwerke nicht einfach schließen, sollten sie für die „Nicht-Produktion“ aber Bereitschaft entschädigt werden. Da keine Lösung gefunden wurde, wurde beschlossen das Kraftwerk 2019 vom Netz zu nehmen und vollständig abzuschreiben. Es gingen 675 gut bezahlte Arbeitsplätze und erhebliche Steuereinnahmen durch die Abschreibung des Restwerts von über einer Milliarde Dollar verloren. Alles für die Hoffnung darauf, daß Wind und Sonne keine Rechnung schreiben würden und somit das Paradies auf Erden bevorsteht. Am 20. September 2019 gingen endgültig 819 MWel nach 45 Jahren erfolgreicher Produktion vom Netz. Nicht ohne abschließend noch einen Rekord aufzustellen: 709 Tage unterbrechungsfreier Betrieb.
Der Wiederaufstieg
Ausgelöst wurde er durch Microsoft. Microsoft wollte für 20 Jahre von Constellation unterbrechungsfreie Energie kaufen. Ironischer Weise kaufte auch die öffentliche Verwaltung in der Form der US General Services Administration (GSA) für 10 Jahre ab 2025 günstigen „Atomstrom“ direkt von Constellation. Es sollen über eine Million MWh jährlich geliefert werden.
Alles zusammen löste den Knoten. Three Mile Island Block I wurde in Crane Clean Energy Centre umbenannt und die Arbeiten begannen. Es werden voraussichtlich 1,6 Milliarden USD mit dem Ziel investiert, eine Laufzeitverlängerung bis mindestens 2054 zu erhalten. Man will 2028 wieder am Netz sein.
Unterschiede zwischen USA und Deutschland
In den USA, Japan und Korea hat man erkannt, daß der schnellste und kostengünstigste Einstieg in den Ausbau der Kernenergie über die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke (KKW) gelingt. Ein KKW ist bis zum letzten Betriebstag sicher und meist auf dem Stand der Technik. Dafür sorgt die jeweilige Betriebsgenehmigung. Will man ein abgeschaltetes KKW wieder flott machen, stellt sich die Frage, welche Investitionen sind nötig um eine Laufzeitverlängerung zu erhalten? Die drei Beispiele zeigen eindrucksvoll, daß man inzwischen von einer Betriebsdauer von 80 Jahren ausgeht. Ein KKW wird laufend gewartet und modernisiert. Am Ende jedes Zyklus stellt sich immer die gleiche Frage: Was kosten die nötigen Modernisierungen um die Zulassung für einen weiteren Zyklus zu erlangen. Ein Kraftwerk stirbt selten einen technischen Tod (Unglück) sondern hat immer ein wirtschaftliches Ende.
Die Frage der Stilllegung
In den USA wurden einige KKW aus wirtschaftlichen Gründen vom Netz genommen. Man hat sie abgeschaltet, alle Brennstoffe und Flüssigkeiten entfernt und sie erstmal so stehen gelassen. Wohl wissend, daß die Sirenengesänge der „Energiewender“ bald verklungen sein werden. Heute zeigt sich auch für Laien, daß die wetterabhängige Energieerzeugung der teuerste Weg ist. Es kommt nicht auf den Preis ab Windmühle oder Sonnenkollektor an, sondern auf den Systempreis bis zur Steckdose. Eine „dargebotene Energieversorgung“ à la Claudia Kemfert und sonstiger Laienprediger ist schlicht weg Unsinn. Viele technische Prozesse lassen sich nicht einfach rauf und runter fahren. Grundsätzlich ist es sowieso schwachsinnig, Anlagen nur wenig – wetterabhängig – auszulasten. Die Fixkosten erdrosseln sonst jedes Produkt. Dies ist der Grund für die Unmöglichkeit des „grünen Wasserstoffs“ aus Wind und Sonne. All das, war und ist jedem Fachmann bekannt gewesen.
Gänzlich anders die Situation in Deutschland: Hier hat man die „Klimareligion“ staatlich gefördert. Alle fossilen Energieträger sollten wegen des bei der Verbrennung entstehenden CO2 abgeschafft werden. Kernspaltung erzeugt aber gar kein CO2 ! Weshalb also der Ausstieg zusätzlich und gleichzeitig aus der Kernenergie? Neuster Irrsinn, der Neubau von Gaskraftwerken für die Dunkelflaute: Es soll mit schlechtem Wirkungsgrad Strom aus Erdgas erzeugt werden, um anschließend mit noch schlechterem Wirkungsgrad (Temperaturen im Winter) „Umweltwärme“ in Heizwärme zu verwandeln. Für diese Methode frei nach Schilda vorsorglich die Gasheizungen und in deren Folge das komplette Gasnetz „rückgebaut“ werden. Dies allein ist schon so absurd, daß es für die Energiewende ganz andere Gründe geben muß als die „Rettung des Klimas vor menschengemachtem CO2“. Deshalb steht nicht die Stilllegung, sondern die möglichst schnelle und gründliche Zerstörung im Vordergrund. Wieder einmal „verbrannte Erde“ für die nachfolgenden Generationen, weil der Aufbau des Sozialismus zum x-ten Male gescheitert ist. Auch die neuste Form des Kommunismus – die Sonne schickt keine Rechnung – als Versprechen des Paradieses auf Erden (in der Zukunft) hat wieder Menschen verführt.
Die Wiederbelebung
Kapital ist (noch) genug vorhanden. Es ist nur die Frage, wo es den höchsten Ertrag bietet. Auch bei gutgläubigen Menschen hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, daß Wind und Sonne – bis auf ganz wenige Anwendungen – reine Kapitalvernichtung ist. Warum sonst, sind immer noch Subventionen nötig, obwohl die Strompreise trotzdem explodiert sind? Es ist einfach eine gigantische Umverteilung durch doppelte Ausbeutung der Bürger: Sie müssen von ihrem hart verdienten Einkommen hohe Steuern zahlen, damit die Subventionen an wenige Profiteure fließen können. Anschließend müssen sie auch noch überteuerte Preise für Wohnen (Heizkosten), Lebensmittel (Inflation) und Verkehr (Elektroauto) bezahlen.
In den USA zeigt sich der steigende Bedarf für zuverlässige und preisgünstige elektrische Energie – wenn auch aus anderen Gebieten als erwartet. Plötzlich gibt es einen weltweiten Sturmlauf nach „Serverfarmen“. Diese brauchen aber elektrische Anschlußleistungen von mehreren Hundert Megawatt. Sie werden rund um die Uhr betrieben. Das wiederum führt zu gigantischen Betriebskosten – wenn der Strom nicht günstig ist. Die Konsequenz liegt in der Direktvermarktung: Man sucht sich ein Kraftwerk, von dem man direkt Strom über langfristige Verträge kauft. Dieser Ansatz führt unmittelbar zur Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke.
Der Weg, weg vom Abgrund
Politik
In den USA herrscht eine durchweg positive Einstellung zur Kernenergie in allen politischen Kreisen. In Deutschland ist es (noch) völlig anders. Alle Parteien von UsereDemokratie sind bis über beide Ohren im Kampf gegen das „Atom“ verstrickt. Insofern ist es verständlich, daß keiner sich traut. Wahrscheinlich braucht es erst eine Regierung der AfD. Die einzige Partei, die sich von ihrem Anfang an für Kohle und Kernenergie ausgesprochen hat. Rechnet man noch den gewaltigen Filz, der sich inzwischen um die „Erneuerbaren“ aufgebaut hat hinzu, wird deutlich, wie verfahren die Situation in diesem „besten Deutschland aller Zeiten“ inzwischen geworden ist. Nicht nur in dieser Frage, allerdings ist ohne preiswerte Energieversorgung alles nichts.
Betreiber
Investitionen in Kraftwerke sind langfristig. Es wird über Jahrzehnte Kapital gebunden. So etwas kann man nur verantworten, wenn Rechtssicherheit besteht. Droht schon in der nächsten Legislaturperiode aus ideologischen Gründen wieder eine Kehrtwende, ist keiner bereit ein abgeschaltetes Kraftwerk wieder flott zu machen. Das gleiche gilt für die Betriebsgenehmigungen. Eine Bestandsgarantie ist nötig. Wie „verängstigt“ Investoren in Deutschland bereits sind, zeigt die bereitwillige und schnelle Zerstörung der eigenen Anlagen. Wahrscheinlich könnten nur Investoren aus dem Ausland – mit dem entsprechenden Gewicht ihrer Herkunftsländer – diesen mutigen Schritt wagen. In puncto Kernkraftwerke könnten diese gleich ihre Erfahrung und das nötige Fachpersonal mitbringen.
Finanzierung
In den USA geht der Impuls von den Großverbrauchern aus. Auch in Deutschland besteht (noch) der Bedarf an preiswerter und ausfallsicherer elektrischer Energie. Wenn es (politisch) möglich wäre, würden sich auch hier genug Unternehmen finden, die direkt mit Kraftwerken langfristige Lieferverträge abschließen würden – schon aus Selbsterhaltungstrieb. Ein solcher Liefervertrag kann dem Betreiber als Sicherheit für die Finanzierung dienen. Geld für langfristige Anlagen zu attraktiven Zinsen ist reichlich vorhanden. Nicht nur Banken, sondern auch Pensionsfonds, Versicherungen etc. sind immer an Anlagen mit festen Zahlungsströmen (die Stromrechnungen) brennend interessiert. Auch die Verbraucher, die sich langfristig verpflichtet haben, brauchen keine all zu großen Ängste haben. Der zu erwartende Strompreis von einigen Cent pro Kilowattstunde ist so attraktiv, daß er sich notfalls weiter verkaufen ließe. Allerdings müßten dafür die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden – und damit sind wir leider wieder bei der Politik. Deshalb wird in Deutschland wohl auch lieber weiter von „grünem Wasserstoff“ geträumt und von zugehörigen Gaskraftwerken geschwafelt. Es ist deprimierend und erinnert fatal an Honnecker&Co, die noch verbreiteten: „Die Mauer steht noch Hundert Jahre“ als die Mauerspechte schon auf dem Weg waren.